Farbenschläge:

 

Die Farbenschläge kann man in vier Gruppen einteilen. Zunächst den ältesten Farbenschlag, die Porzellanfarbigen.
Dazu gehören die Gold-porzellanfarbigen, die Isabell-porzellanfarbigen sowie die Zitron-porzellanfarbigen und die Silber-pozellanfarbigen. Dieser neue Farbenschlag erfreut sich bei den Züchtern steigender Beliebtheit.

Zu den Getupften zählen die Schwarzen mit weißen Tupfen, die Gelben mit weißen Tupfen, inzwischen ein sehr beliebter Farbenschlag sowie die Perlgrauen mit weißen Tupfen, die gemeinsam mit den Roten mit weißen Tupfen  die Sorgenkinder sind. 

Es folgt die Gruppe der Gezeichneten: Gestreift, Goldhalsig, Silberhalsig, Weiß-schwarzcolumbia (hell) und Birkenfarbig sowie die Gelb-schwarzcolumbia, welche in 1997 in prima Qualität anerkannt wurden. Als bisher letzter Farbenschlag wurden die Blaugoldhalsigen anerkannt. 

Als letzte Gruppe sind die Einfarbigen in Schwarz, Weiß, Perlgrau, Gelb sowie Rot zu nennen. Gerade die Schwarzen und Weißen sind in den letzten Jahren auf breiter Basis in  immer besserer Qualität gezeigt worden.

 

Form:

In der Regel werden an alle Farbenschläge hohe formliche Ansprüche gestellt und das ohne Unterschied. Wenn geringfügige Zugeständnisse gemacht werden, dann nur bei den Bärtigen, da diese etwas voller wirken. Federfüßige Zwerghühner müssen überall rund sein, insbesondere von der Seite gesehen.
Der Rumpf soll kurz und breit sein, schon in den Schultern und im kurzen, schön gerundeten Rücken. Vom Kamm soll die Halslinie in einem leichten Bogen zum Rücken gehen, der etwa zwei Finger breit, ebenfalls rund, in den Übergang ausläuft (die sogenannte typische Lyraform). Es ist beim Hals des Hahnes noch zu bemerken, dass dieser sehr kräftig, etwas nach hinten gebogen und mit reichem Behang versehen ist. Bei den Bärtigen ist der Hinterhals mähnenartig aufgebauscht. Der Übergang zum Schwanz soll möglichst ganz rund sein, also eckenlos in den leicht gerundeten, säbelförmigen Hauptsicheln endend. Auch die Unterlinie wünschen wir richtig rund, mit einer vollen, gut hervortretenden und etwas hoch getragenen Brust und voller Bauchpartie. Bei der Beurteilung sollte man davon ausgehen, dass die beschriebene Form die Idealform darstellt. Als grober Fehler ist der Eichhornschwanz zu ahnden. Ähnliches könnte man auch zu der Rückenlinie der Hennen sagen. Jungtiere, die in der Feder noch nicht voll da sind, erscheinen im Rücken immer etwas länger. In diesem Zusammenhang achten wir auch auf die Schwanzform. Federfüßige Zwerge sollten den Schwanz leicht gefächert tragen, nicht zu breit und auch nicht zu schmal. Er ist im Ansatz breit und reich befiedert. Die breiten säbelförmigen Hauptsicheln überragen die Steuerfedern bis zu 4 cm, beim Althahn ist dies etwas kürzer. Der Kamm ist einfach und mittelgroß. Er ist mit gleichmäßigen breit angesetzten Zacken versehen. Die Kammfahne folgt der Nackenlinie ohne aufzuliegen. Hier muss das Gesamtbild gesehen werden, bei dem alles zusammenpassen soll. Die Größe der Tiere soll so sein, dass die Rasse lebensfähig und gesund, legefreudig sowie fortpflanzungsfähig bleibt.

Das Hauptrassemerkmal ist die Fußbefiederung. Sicher hat man schon feststellen können, dass es gerade hier große Unterschiede gibt. Diese Federn sind nicht aus Stahl und haben die Eigenschaft, bei lebhafter Verwendung abzubrechen. Man soll also nicht auf die Länge der Fußfedern sehen, sondern darauf, dass eine volle Fußbefiederung, die der Rasse ihren Namen gegeben hat, vorhanden ist, wozu auch die Mittelzehe gehört. Wenn bei natürlicher Haltung und Umgebung die Fußfedern abbrechen, sollte man das nicht als Mangel sehen. Dass der Zehennagel an der Außenzehe (und nur dort) verkümmert sein darf oder ganz fehlt, bedarf wohl keiner besonderen Erwähnung. Sollte allerdings während einer Ausstellung ein vergleichbar guter Hahn oder gute Henne mit vollständigen Zehennägeln zu sehen sein, ist dieses Huhn in jedem Falle vorzuziehen. Federstulpen an den Schenkeln lassen das Hühnchen tiefer gestellt erscheinen, als es in Wirklichkeit ist. 

Kopf und Kamm sollen in ihrer Größe zum Körper passen. Spitze Köpfe oder zu große Kämme bei beiden Geschlechtern fallen unangenehm ins Auge. Runde rote Ohr- und kleine Kehllappen und dunkelrote Augen gehören dazu. Federfüßige Zwerghühner sind heute auf fast allen Rassegeflügelschauen zu sehen und erfreuen immer wieder durch ihre farbliche und formliche Schönheit.

 

Standard nach BDRG:


Zutrauliches, bewegliches Zwerghuhn mit kurzer, breiter, gut gerundeter Form und stolzer Haltung bei fast mittelhohem Stand sowie Fußbefiederung. Alle Farbenschläge werden sowohl ohne Bart (o.B.) wie auch mit Bart (m.B.) gezüchtet.

Rassemerkmale Hahn:  

Rumpf: breit; verhältnismäßig kurz.
Hals: kräftig; etwas nach hinten gebogen; mit reichem Behang; bei Bärtigen am Hinterhals mähnenartig aufgebauscht.
Rücken:  breit; kurz; leicht abfallend.
Schultern: breit, gut gerundet.
Flügel: gut mittellang; etwas gesenkt; Unterlinie parallel zu den Schenkelstulpen.
Sattel: voll; breit; gut gerundet im Übergang.
Schwanz: gut mittellang; breit im Ansatz; etwas gefächert; reich befiedert; die breiten säbelförmigen Hauptsicheln überragen die Steuerfedern bis zu 4 cm, beim Althahn etwas kürzer.
Brust: breit; voll; gut gerundet; etwas angehoben getragen.
Bauch: voll und breit.
Kopf: mittelgroß.
Gesicht: rot; von feinem Gewebe.
Kamm: einfach; mittelgroß; mit gleichmäßigen breit angesetzten Zacken; Kammfahne der Nackenlinie folgend ohne aufzuliegen.
Kehllappen: klein; rund; fein im Gewebe. Bei den Bärtigen fehlend oder sehr klein und vom Bart verdeckt.
Ohrlappen: rot. Bei den Bärtigen vom Bart verdeckt.
Augen: groß; Augenfarbe siehe unter Farbenschlägen.
Schnabel: kräftig; farblich in Anlehnung an die Lauffarbe.
Bart: Bei den Bärtigen federreicher Backen- und voller Kinnbart.
Schenkel: voll befiedert; mit ausgeprägten Stulpen.
Läufe: mittellang; dicht befiedert. Lauffarbe siehe unter Farbenschlägen.
Zehen: vier; Außen- und Mittelzehe mit festen Latschenfedern dicht besetzt, die mit der Laufbefiederung die geschlossene Fußbefiederung bilden. Etwas abgestoßene oder gebrochene Latschen sind kein Fehler.
Gefieder: voll; breit; fest anliegend; bei den Bärtigen in der Halspartie etwas weicher und voller.

 

Rassemerkmale Henne:  
Bis auf die geschlechtsbedingten Unterschiede dem Hahn gleichend. Jedoch erscheint die hohlrund ausgebogene Rückenlinie etwas länger. Bei en Bärtigen ist der hintere Halsbehang mähnenartig aufgebauscht.

Grobe Fehler Rassemerkmale:  
Schmaler Körper; lange oder eckige Form; zu hohe oder zu tiefe Stellung; spitzer Schwanz; weiche, halbkreisförmige Besichelung; fehlende oder sehr dürftige Stulpen; fehlende Mittelzehenbefiederung; viel zu schwache Belatschung. Bei Bärtigen: Zu geringe Bartfülle oder fehlender Kinnbart; zu große, stark sichtbare Kehllappen.

 

Gewichte: Hahn 750 g, Henne 650 g.
Bruteier-Mindestgewicht: 30 g.
Schalenfarbe der Eier: Weiß bis bräunlich.
Ringgrößen: Hahn 16, Henne 15.

 

 

gold-porzellanfarbig

 

Unter den 4 Farbenschlägen mit porzellanfarbiger Zeichnungsstruktur sind die Gold-Porzellanfarbigen der Inbegriff der wohl ältesten Zwerghuhnrasse der Welt. Sehr beliebt auch in Liebhaberkreisen, wurden sie dort auch "Mille fleurs" (französisch "tausend Blüten") oder "Gartenzwerghühner" genannt. Sie wirken von allen gezeichneten Farbenschlägen mit ihrer exakten birnenförmigen schwarzen Tupfe und den feinen, klaren weißen Perlen, die mit jeder Mauser größer werden, vollendet wie ein Juwel in der Welt des Rassegeflügels. Sie sind mit Abstand der am weitesten verbreitete Farbenschlag.

Federfüßige Zwerghühner